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Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 11:53

Mein Leben ohne Tiere ist nicht vorstellbar. Jedes in meinem Leben hat eine eigene, lange Geschichte; aber hier nur die von Signore Rasco.

Es war die Woche vor Weihnachten 2002 - rlm aus beruflichen und familiären Gründen seit vier Jahren tierlos. Mittwoch flatterte das Wochenblatt ins Haus, in ihm eine kleine Anzeige "Husky-Rottweiler-Welpen abzugeben. Tel..." Da Lieblingsmann und ich schon seit längerem über erneuten Zuwachs in der Familie nachdachten und da, durch den Schuleintritt vom Nachwuchs, für mich eh berufliche Veränderungen anstanden, hab ich beim Abendessen so beiläufig die Anzeige erwähnt. Am Donnerstag morgen lag die Anzeige auf meinem Schreibtisch mit dem Vermerk "Ruf an!"

rlm rief an; Ausländer fast kein Deutsch, Adresse naja. Trotzdem rlm nachmittags vom Kundentermin dort vorbei gefahren. In einem Schuppen sauber, mit frischem Einstreu zwei sehr gut gepflegte Husky-Hündinnen und fünf Steiftierchen - drei Mädels, zwei Buben, fünf Wochen alt, freundlich aufgeschlossen. rlm und einer der beiden Jungs sassen 'ne halbe Stunde voreinander und meinten OK, könnte klappen. rlm also dem Husky-Besitzer 50 € Futtergeld und die Telefonnr. da gelassen; abgemacht, dass ich mindestens 2x die Woche vorbeikomme und dass ich den Buben Ende Januar mit ca. 9-10 Wochen bei ihm abhole - das war Donnerstag.

Samstag 15:30 Uhr klingelt das Telefon: "Wenn du haben wollen Hund, sofort holen, alle anderen sonst weg." rlm lies Schwiegereltern am Kaffeetisch sitzen, rief den TA an wg. Welpenmilch - wusste ja, dass die Jungen vor zwei Tagen noch gesäugt wurden - Welpenmilch holen, Grundausstattung beim Fressnapf holen und um 17:00 Uhr bei dem Typ geklingelt. Signore Rasco ans Herz gedrückt, mit dem Typ über den Preis gestritten, irgendwann einfach mit dem Hund gegangen - der Preis war zu hoch, aber egal - wir zwei gehörten doch einfach zusammen. Das Hundebündel auf dem Schoss durch die Nacht nach Hause gefahren.

Weihnachten: Mann und Kind mit Grippe im Bett, rlm mit Hundebaby im Schlafsack im Büro auf dem Boden, alle drei Stunden füttern und in die Eiseskälte raus. So begannen 1 1/2 Höllenjahre, bis aus dem Würmer-spuckenden-Baby ein Traumhund wurde.

22.09.2005, 11:53

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 12:00

Nachtrag Rascos Geschwister:
Sein Bruder kam zu einer Hundeerfahrenen Frau, ist gut erzogen, nicht ganz so tempramentvoll und heißt Falco.
Zwei seiner Schwestern wurden im Januar 2003 in einem wald angebunden gefunden - eine tot, die zweite halb erfroren und verdurstet; nach drei Monaten aufpäppeln ging sie zu einer Kindergärtnerin (hunderfahren) in die Schweiz.
Seine dritte Schwester habe ich im Sommer zufällig getroffen: Zwischenzeitlich in dritter Hand, da nicht erziehbar; angstaggressiv, überfüttert, fast nicht zu halten; ich befürchte sie muss eingeschläffert werden, da auch die jetzige Besitzerin nicht in der Lage ist, sie zu erziehen.

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 12:04

rlm, heult dein Rasco auch ab und zu? Unsere Nachbarn haben zwei Huskies und alle paar Tage haben die ihre 5 Minuten und heulen dann um die Wette Bild Ich komme mir dann immer wie in der kanadischen Wildnis vor Bild

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 12:09

rlm, wirklich 1 1/2 JAHRE?

Die Geschwister hatten ja wirklich teilweise ein trauriges Schicksal Bild

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 12:31

Avalon, nur dann, wenn er mit seiner geliebten Bella (Hovavard-Dame drei Monate jünger) zusammen im Auto, durch das Mittelgitter getrennt ist. Sie übt dann kräftig mitheulen - aber Husky ist und bleibt Husky, wenn auch nur halb.
Ja Sophie 1 1/2 Jahre und die Narben an den Armen werden sicher noch lange sichtbar bleiben. Aber dafür geht er jetzt mit mir wenn es sein muss durch die Hölle und ich mit ihm ohne Wimpernzucken auch Bild

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 12:35

Ach herrje, wie muss ich mir denn die 1 1/2 Jahre vorstellen, wenn du sogar Narben an den Armen hast?
Allerdings hat sich anscheinend alles mehr als gelohnt!

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 12:54

Stell dir die Zeit besser nicht vor. Es gab den einen oder anderen Abend, an dem ich heulend im Wohnzimmer auf dem Boden sass und dachte: Den Hund bekommst du NIE hin.

Er hatte mit seinen fünf Wochen ja praktisch keine Sozialisierung im Rudel erfahren. Er ist ein Alpha-Tier - 1. Stunde Welpenschule, Rasco 10 Wochen alt hat das gesamte Welpenrudel unter die Autos verteilt und lies keinen mehr darunter hervor kommen. Darauf sind wir aus der Welpenschule geflogen. In der Junghundegruppe war er aber überfordert. Auf Härte in der Erziehung hat er sofort mit Aggression reagiert - wobei Härte nur ein scharfer Ton sein muss (bis heute weicht er scharfen Tönen aus - beim HIER sitzt er dann sofort schräg).

Dann trifft er - ganz Husky - immer seine Entscheidungen. Bsp. Begleithundprüfung: Warmer Sommertag; es lief prima bis zu dem Punkt "Hund ablegen, weggehen, Hund abrufen". Rasco abgelegt. 20m gegangen. rlm zwanzig Meter vor ihm, Bach zwanzig Meter hinter ihm. - Kannst du dir vorstellen, warum wir durch die Prüfung gefallen sind?

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 13:23

Da war der Bach wohl interessanter?

Harte Arbeit mit einen nicht sozialisierten Tier! Mit 5 Wochen ist das ja auch kein Wunder.
Die Vorstellung der 1.-Stunde Welpenschule hört sich witzig an, war es aber in dem Moment mit Sicherheit nicht.

Ich hatte früher auch so einen Hund, der bei Härte sofort mit Aggression reagiert hat. Es war der tollste Hund, hat super gehört, hat auf Handzeichen reagiert. Bis ich mit ihm in die Hundeschule ging. Die anderen Hunde konnte er überhaupt nicht ausstehen, obwohl er auf Spaziergängen vorher immer gerne gespielt hat. Auf mich hat er total aggressiv reagiert, hat auch relativ ernst nach mir geschnappt. Ich bin dann wieder aus der Hundeschule raus und hab allerdings Wochen gebraucht bis mein Hund wieder so war wie früher.
Manche Hunde können das wohl einfach nicht ertragen.

Er ist doch sicher sehr auf dich bezogen? Schließlich warst du ja seine Ersatzmama. Wie klappt das denn mit Kommandos von deiner Familie?
Zuletzt geändert von SophieS am 22.09.2005, 15:27, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 13:38

Ja, der Bach war interessanter.

Siehst du, dann kennst du das Problem ja. Bei Rasco waren allerdings nie die anderen Hunde das Problem, sondern nur die Trainer. Jetzt gehe ich mit ihm zu den Zollhunden auf den Platz. Der Trainer hält sich ganz zurück, beobachtet und macht dann Manöverkritik mit dir - klappt prima und Rasco arbeitet auch gerne.

Familie ist akzeptiert. Junior ist sein Kumpel, darf aber nicht befehlen - wird einfach verweigert; Rasco sitzt dann vor Junior und hält den Kopf schief, zum Brüllen. Großmacho darf mit ihm gehen, Kommando werden aber genauso ignoriert; Rasco läuft einfach nebenher, wie wenn er mit einem Idioten umgeht.

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 13:44

Es waren nicht so die anderen Hunde - er mochte einfach die ganze Situation nicht, weder die Hunde, noch den Trainer - gar nix mehr.
Euer Training hört sich vernünftig an, so wird dann auch das Problem ausgeschlossen, dass der Hund nur im beisein des Trainers hört - solche hatten wir nämlich auch.

Ich kanns mir vorstellen, dein Rasco mit Junior Bild So nach dem Motto: "ich hör mir halt mal an, was der Junior da von mir will".
Was deinen Mann angeht, meint Rasco vermutlich, er tue ihm einen Gefallen, dass er mit ihm spazieren geht Bild

Re: Wie und wann kamen eure Tiere zu euch?

22.09.2005, 16:08

Das sind ja tolle Geschichten! Dann will ich unsere auch einmal beisteuern:

Im Herbst 2001 beschloss mein Mann, dass er es ohne Hund nicht mehr aus hält. Sein 1. Hund ging bei der Scheidung leider an seine Ex-Frau. Da wir beide einen verspielten aber gelehrigen Familienhund wünschten, fiel die Entscheidung auf die Rasse Labrador. Gar nicht weit weg von uns gab es sogar eine Züchterin. Da ich mit Labradoren überhaupt keine Erfahrung hatte, sind wir erst einmal hin, um uns Welpen und Züchterin anzuschauen, nach Preisen zu fragen etc.

Tja, die Züchterin zeigte uns eine Hündin mit ihren Jungen und erzählte, dass sie für die Hündin ein liebevolles Zuhause sucht. Züchten könne sie damit nicht mehr und da sie bereits 3 "Privat-hunde" hatte, wurde es ihr zuviel. Dann begann eine interessante Zeit. Sobald wir ein wenig Zeit hatte, wurde unsere Alyssa zum Gassigehen geholt.

Wir wollten zuhause erst noch ein wenig hundgerecht umrüsten, bevor wir sie zu uns holten. Irgendwann kam sie dann mal mit in die Wohnung, wollte bei der Züchterin nicht mehr aus dem Auto raus etc. Im Februar haben wir sie dann zu uns genommen - passend zu ihrem 8. Geburtstag.

Seit damals ist aus einer verspielten und aufgeweckten Hündin eine verschmuste und bequeme Hunde-Oma geworden. Sie legt bald mehr Wert auf ihre Streicheleinheiten als auf die Spaziergänge, genießt ihren Lebensabend und ist mittlerweile 11,5 Jahre alt.

Und wir hoffen ganz feste, dass wir noch lange was von ihr haben.

Am liebsten würde ich jetzt sofort heimfahren und sie durchknuddeln.
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