Meine diebische Elster heisst Mohr und ist ein Erbstück von der verstorbenen Mutter eines guten Freundes. Vormals ziemlich dick ist er dank Männleins Pflege zu einem normalgewichtigen Kater mutiert. In der Wohnung ist Mohr megadreist. Alles gehört ihm, grundsätzlich liegt er dort, wo wir es uns gerade gemütlich machen wollen und dabei wird dieser Kater unendlich gross. Er schafft es tatsächlich, auf unserem Megasofa (2,20 x 1,40 Sitzfläche) weit über die Hälfte zu belegen. Ein sanftes auf Seite schieben wird grundsätzlich mit Fauchen quittiert. Er sammelt so ziemlich alles, was sich nicht wehrt. Mit Vorliebe Trinkstrohhalme, Wattestäbchen und ähnlich geformte Gegenstände. Ansonsten Knisterbällchen (aus Schokoladenpapier o. ä.). Gehamsterte Gegenstände werden tagsüber vor den Zweibeinern versteckt und grundsätzlich nachts zum Spielen hervorgezaubert. Allerdings sofort wieder versteckt, wenn irgendwo in der Wohnung Licht angeht. Zum Brüllen komisch ist, wenn er sich mal ins Treppenhaus traut. Dann wird jeder seiner Schritte mit einem gequälten Miaou vertont. Es hört sich an, als wenn er sich selbst Mut zusprechen wollte oder, als wenn er laut singen würde, um die Monster zu verscheuchen. Überhaupt verabscheut er Untersuchungen an seinem Körper oder auch Fellpflege. In solchen Situationen verhält er sich, als wollten wir ihn gerade schlachten. Allerdings durch das Anbieten von Nahrung werden alle Übergriffe von uns direkt verziehen. Wenn er irgendwas angestellt hat, versteht der Kater es hervorragend, sich zu entmaterialisieren. Ich weiss bis heute nicht, wie Katzen es immer wieder schaffen, unsichtbar zu werden. Allerdings ist die Betätigung der Futterschublade ein gutes Gegenmittel, um diesen Zauber wieder aufzuheben. Alleine ein kleines Rappeln an dieser - und nur dieser - Schublade reicht, um unsere Katzen sichtbar zu machen.
Ganz im Gegenteil dazu unsere Freigängerin - ihres Zeichens eine rotgetigerte Lady von 11 Jahren. Sie ist diszipliniert, was das Fressen angeht. Klaut keine Lebensmittel und ihr grösster Spass ist es, mit dem dicken Mohr das Türspiel zu spielen. Sie sitzt hinter der Schlafzimmertür, Mohr schaut nach, wo sie ist. Sie haut ihm auf den Kopf, woraufhin er direkt losstürmt, um sich nach 3 m wieder umzudrehen und erneut nachzusehen, ob sie immer noch hinter der Tür hockt. Dann beginnt das Spiel wieder von vor. Lieblingsspielzeit: Sobald die Zweibeiner im Bett liegen und das Licht ausschalten.
