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Unsere Pferde stehen auf Grund der Temperaturen derzeit leider drin. Liebend gern wären sie draußen, aber die Koppeln sind leider eine einzige Eisfläche, mehrere Zentimeter dick, so dass es bis zum nächsten Antauen wohl leider ohne Wiese gehen muss. Das ist nervig für alle, auch für uns, weil sie sich natürlich bewegen müssen, und wir nun bei runden -20 Grad draußen jeden Abend 1-1,5 Stunden in der Halle stehen ... *seufz* Aber es nutzt ja nix.
Da sie sich auch alle gern wälzen, das jetzt auch nicht können, laß ich sie sich dann nach getaner Arbeit alle mal im Sand wühlen. Ich lasse Shigon von der Hand, er marschiert stracks auf den Hufschlag zu, schnüffelt hier und dort, ich sage noch "Männlein, nicht so nah an der Bande!". Und schon liegt das Männlein auch, taub wie alle männlichen Vertreter. Ruschelt gemütlich die linke Seite im Sand, dreht sich auf den Rücken, schubbelt dort, mit Schwung auf die rechte Seite ... und da war es dann passiert. Er hing so elegant vor der Bande, dass er sich nicht mehr bewegen kann. Wie ein Käfer auf dem Rücken ... Er hat den Kopf gehoben, sich die Situation angesehen, gedacht "Oh, wie peinlich!", die Vorderbein eingeklappt, sich gemütlich ausgestreckt, mich angesehen und gesagt "Ähm, könntest Du mir mal bitte eben hoch helfen? Danke!".
Ja, da steht man dann mit ziemlich dummem Gesicht und überlegt sich, wie man wohl geschätzte 450 KG gedreht bekommt ...
Das ist der Horror eines jeden Pferdebesitzers. Dass sich das Tier festlegt und man kriegt es nicht mehr frei. Man steht daneben wie ein Idiot. Shigon war Gott sei Dank wirklich klug, der hat nicht rumgezappelt, der hat einfach gesagt "Jetzt bist Du dran!!" und hat seelenruhig da gelegen. Auf 5-8 Zentimetern Sand über tiefgefrorenem Lehmboden bei -20 Grad ...
Gott sei Dank waren wir zu zweit da, alleine wäre gar nichts machbar gewesen. Wir haben zuerst versucht ihn an den Beinen so rumzudrehen, einer vorn, einer hinten, aber das war absolut aussichtslos. Dann haben wir eine Longe unterhalb von den unten liegenden Beinen gefitzt (man latsche mal eben auf seinem liegenden Pferd rum *gg*), dann jeder an einer Seite der Longe gezogen, so dass er Widerstand hatte. Das hat auch erstaunlich gut und problemlos funktioniert, wenig später stand mein Pferd dann wieder auf den eigenen Beinen. Er hat eindeutig auf Schimpfe gewartet, war auch ganz schuldbewusst. Hab natürlich nicht gemeckert, ich war viel zu erleichtert, dass das glimpflich verlaufen ist. Das hätte mal so richtig schlimm enden können ... 1,50 Meter weiter ist ein Loch in der Bande ...
Tja, das war ein aufregender Abend! Und Shigon, der sowieso schon immer Spott und Häme erdulden muss, weil er auch schonmal über eine Fliege am Boden stolpert, der hat jetzt sein Image weg. Welches Pferd schafft es, sich in einer 12 x 25 Meter großen Reithalle festzulegen? Shigon!
*seufz*
_________________ Amici violandi non sunt! 
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