Oh Gytha, das klingt aber traurig!
She, ich denke mir, dass eine Kätzin schwerer an der OP trägt. Karin muss eh die TÄ morgen mal anrufen, dann fragt sie gleich nach, was dieser "Rundumservice" kosten wird und wann wir es machen können. Dann muss Elsie halt mal Auto fahren.
Die gesamte Geschichte um Teti und Elsa ist sehr traurig, wenngleich auch ein wenig spekulativ. Sie standen plötzlich bei uns vor der Türe. Kurz nach dem tragischen Tod unserer alten Stallmiez. Immer zu zweit. Elsa ganz winzig klein, Teti ebenfalls schmächtig. Beide sehr sehr sehr schüchtern. Eine hektische Bewegung, ein Husten, ein Klirren irgendwo und sssssttt - weg waren sie.
Sie haben nicht gefressen. Sie haben geschlungen. In Windeseile, immer in Habachtstellung. Ich bin auf Zehenspitzen um sie rumgeschlichen, damit sie ein wenig Ruhe beim Futtern haben. Das war im April 2003, ist jetzt also gut drei Jahre her. Niemand kannte sie, niemand hatte sie vorher gesehen. Optisch müssen es entweder Vater und Tochter sein, oder Geschwister. Da Teti auch damals erst knapp über zwei war, vermute ich, dass es Geschwister sind.
Elsa war von Anfang an die zahmere, die, die menschliche Zuwendung gesucht hat. Teti war sehr lange sehr scheu. Als er sich dann entschieden hatte, bei uns zu wohnen, hat er Elsa vertrieben. Wir haben das so akzeptiert, weil sie ja dann auch bei Flodders Anschluss fand.
Sie waren beide von Anfang an stubenrein. Sie zerkratzen nichts, sie sind eindeutig ehemalige Wohnungskatzen. Dass Teti auch bereits kastriert war, spricht dafür, dass sie mal jemandem gehört haben, der sie dann einfach ausgesetzt hat.
Teti hängt mit rührender Liebe an uns und den Pferden. Sobald unser Auto auf den Hof fährt, kommt er angetrabt, holt uns am Auto ab, erzählt uns seinen Tag. Wenn wir ausreiten, begleitet er uns auf den ersten Kilometer, wartet dort bei gutem Wetter auf uns. Einmal haben wir uns gewagt, auf einem anderen Weg zurück zu kommen, da hat er vergeblich auf uns gewartet und kam 20 Minuten nach uns am Stall an. Strunzbeleidigt und laut klagend "Ich sitze da und warte, und keiner kommt! Was soll denn sowas?" ...
Im Sommer gehen wir auf einem unbewohnten Nachbargrundstück die Bäume ernten; Äpfel, Birnen, Nüsse. Teti flitzt vor uns her, hüpft durch das Gras. Wenn wir beginnen die Bäume zu ernten, klettert er die Bäume hoch, schmeißt sich auf die Äste und hüpft darauf herum. Klar, er ist immer hilfreich, er schüttelt die Bäume für uns!
Teti ist eine absolute Traumkatze. Und auf Elsa ist er sehr eifersüchtig. So wird es nun für uns ein echter Drahtseilakt, uns ausreichend um ihn zu kümmern, damit er Elsie akzeptiert. Wir werden alle Hände voll zu tun haben, die beiden ausreichend zu beschmusen. Denn letztlich sind wir ja auch nur eine begrenze Zeit dort draußen, und das eigentlich, um die Pferde zu bekümmern. Aber ich denke, das wird schon klappen, irgendwie.
Karin zieht ja in gut einem Jahr wieder weg von hier, heimwärts nach Niedersachsen. Sie hat angeboten Elsie dann mitzunehmen, als ihre neue Stallkatze, falls das gar nicht gehen sollte mit ihr und Teti. Aber ich denke, bis dahin gebe ich sie auch nicht mehr her.
