Ja, das mag ja alles seinen natürlichen Ursprung haben. Das bedeutet ja nicht, dass ich es mögen muss. Und wenn ich mich an Tiere langfristig mit Verantwortung binde, dann versuche ich ja schon für beide Seiten eine optimale Verbindung herauszuholen.
Stuten z. B. wählen in der Natur den, der ihnen "an die Wäsche" darf. Hengste müssen um sie buhlen, sie sind immer in der Rolle dessen, der gefallen muss. Das prägt auch den Umgang mit ihnen, diese genetische Prägung. Meine Pferdedame ist zudem auch noch Leitstute, also die Chefin. Mit ihr ist es ein lebenslanger Kampf um die Vorherschaft, sie fordert, sie testet, sie versucht zu dominieren. Während mein Pferdemann einfach nur freudig nuschelt "Oh, Du bist da, wundervoll, was darf ich für Dich tun?".
Ich bewundere die Stute für ihre unbändige Kraft, ihren Willen, ihre Durchsetzungsfähigkeit, ihre Kompromisslosigkeit. Aber ich liebe den Wallach für die entspannenden Stunden mit ihm, wo ich mich nie beweisen muss, wo ich einfach geliebt werde, weil ich nur da bin.
Vielleicht sagt das über mich mehr aus, als über meine Tiere.
