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Am nächsten Tag, Dienstag, 1.2., ging es mir wieder sehr gut. So gut, dass ich der Dosi eine grandiosen Kratzer quer über den gesamten Rücken gezogen habe, als sie versucht hat, mich in den Korb zu stecken. Dann hat sie geheult – muß wohl wehgetan haben, und mein Dosi-Mann kam und verfrachtete mich in den Korb. Bei dem bin ich immer ganz artig, aber vor der Dosi habe ich überhaupt keinen Respekt, warum denn auch? Bei der darf ich eigentlich alles machen, weil ich so arm und klein und krank bin. Manchmal ist es sehr vorteilhaft, arm und klein und krank zu sein!! Beim Tierarzt haben sie mir gesagt, dass ich jetzt bis Samstag einschließlich jeden Tag kommen muß und eine Spritze in den Hintern kriege. Die wollen an fünf Tagen hintereinander je ca. 1,25 Mio Einheiten pro kg Körpergewicht verabreichen, also 5 Mio Einheiten pro Tag. Na, wenn´s denn hilft…aber wehe die Doktorin piekt zu dolle – dann spring ich der auch noch auf den Rücken!
Am Mittwoch gab es nix neues, außer, dass ich mit dem Fell an der Pfote im Sekundenkleber hängengeblieben bin, als ich Mäuse mitbasteln wollte. Jetzt habe ich da eine unschöne, kahle Stelle, denn die Dosi musste meine schönen Haare dort abschneiden.
Der Donnerstag war ein Erfolgserlebnis. Sowohl meine Frau Lieblingsdoktor als auch ein anderer Tierarzt haben gesagt, mein Rachen sei eindeutig besser geworden! Die offenen Stellen sind zu, der Bereich ist glatter und etwas heller. Wißt Ihr, was das heißt? Genau. Ich kann wieder beißen mit meinen vier übrig gebliebenen spitzen Eckzähnen! Und das habe ich zuhause sofort und mit bestem Erfolg mit meinem besten Freund Dickes ausprobiert – sauer genug war ich ja, nachdem ich fast zwei Stunden in der Klinik warten musste. Notfälle, Notfälle…. Bin doch selber ein Notfall, Mensch!
Am Freitag, 4.2., ging es mir richtig gut und ich habe herumgewuselt, so viel ich konnte. Schließlich sollten alle das mitkriegen. Habe erst ganz unauffällig ein paar Stifte vom Tisch getitscht und dann ein Döschen mit Glimmersternchen, das sich natürlich geöffnet hat. Denen habe ich ganz interessiert nachgekuckt, wie sie sich so schön in den hochflorigen Berberteppich verkantet haben und glitzerten. Oh, war die Dosi böse! Sie hat eine halbe Stunde gebraucht, alles wieder aufzusammeln. Ich bin derweil in die Spülmaschine geklettert, um dort ein Schläfchen zu halten. Dosi war nämlich gerade beim Ausräumen, als der Sternenregen stattfand. Aber da sollte ich dann auch wieder raus, hat sie gemeckert. Dann bin ich eben in den Wäschetrockner. Dort hatte ich dann meine Ruhe. Die Keilereien mit dem Dicken machen übrigens richtig Spaß. Das findet der Dicke zwar nicht, aber das ist ja egal. Hauptsache, mir gefällt es und es tut nichts weh. Der soll sich mal nicht so anstellen! Der hat soviel Speck, dass es ihm gar nicht weh tun kann, wenn ich genüsslich in ihn reinbeiße.
Samstag, 5.2., hat meine Frau Lieblingsdoktor noch mal gesagt, wie gut mein Hals aussieht und dass wir jetzt eine Pause von erst mal zwei Wochen machen können. Die Dosi war heilfroh. Ich hatte den Eindruck, nicht unbedingt, weil es mir gut ging, sondern weil sie nicht mehr jeden Tag diese doofen 70 Kilometer fahren braucht. Aber am Sonntag morgen musste sie schon wieder hin, hö hö. Zur Abwechslung mal nicht mit mir, sondern mit unserer Nachbarin, die Dosis Freundin ist, obwohl sie einen Hund hat. Der Hund ist ein großer fieser gefährlicher schwarzer Bouvier, ein 10 Jahre altes Modell Marke Katzenkiller, und der hatte Husten. War über Nacht ganz schlimm geworden. Nur Husten, kein Schnupfen und nix. Dosi ist also mit ihr und Erik dem Hund hingefahren. Es stellte sich heraus, dass der Erik einen Herzfehler hat und außerdem ein erschlafftes Herz. Er hustet, weil das Herz auf die Lunge drückt. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen. Vielleicht hätten wir ihn doch nicht so sehr ärgern dürfen! Kann aber doch niemand ahnen, dass er sich das so zu Herzen nimmt! Aber er kriegt jetzt Tabletten wie so´n herzkranker Oppa und alles ist gut. Und am besten ist, dass er jetzt nicht mehr so schnell hinter uns her rennen darf.
_________________ Es braucht nur 1 Minute , um eine besondere Person zu bemerken! 1 Stunde, um sie einzuschätzen, 1 Tag, um sie gern oder lieb zu haben, aber es braucht ein ganzes Leben, um sie wieder zu vergessen. In ewiger Erinnerung (Eni, 5.12.2004) (Melli, 16.02.2006)
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